Der Umgang mit Corona –

bewusste Entscheidungen sind gefragt

Sozial Distancing als Umgang mit Corona

Entscheidungen in Zeiten von COVID-19

Es sind schon ganz besondere Zeiten. Der Coronavirus hat uns seit Wochen im Griff. Selten mussten so viel Entscheidungen getroffen werden. Man könnte fast sagen, dass die Pandemie ein Lehrbuchbeispiel rund um Entscheidungen ist. 

Im Großen ging und geht es um die Entscheidungen der Politik. Manchmal hatte man den Eindruck es wurde vorgeprescht, manchmal war man der Meinung, es wurde gezögert. Der bayerische Ministerpräsident wurde dafür gelobt, dass er eher als andere handelte. Viele seiner Kollegen galten als zögerlich.

Was stand nicht alles an Entscheidungsthemen an:

Sportveranstaltungen wie Bundesligaspiele und Olympia 2020 in Tokio. Zunächst ging es um Geisterspiele, dann um die vollständige Absage.

Schließung von Schulen, Kitas, Theater, Gaststätten, Geschäften. Es wurde gerungen um Wochenmärkte und Notversorgung. Anfangs gehörten die Friseure noch zum Lebensnotwendigen. Inzwischen ist die Entscheidung getroffen worden, dass auch sie zu schließen haben. 

Aber auch den unmittelbaren privaten Bereich haben die Entscheidungen der Politik geändert. Feiern wurden verboten, Urlaube gestrichen. Die Ausübung der Religion ist eingeschränkt worden. Es wurde eine weitgehende Kontaktsperre verhängt.

Mit all diesen Entscheidungen wurde ganz intensiv in die Grundrechte der Bürger eingegriffen. 

Das alles sollte und soll die schnelle Ausbreitung von COVID-19 und die damit verbundene Überforderung unseres Gesundheitswesens verhindern. In Deutschland war das Zuwarten und die Idee der Herdenimmunität keine ernsthafte Alternative.   

Und gleichzeitig war der Politik beim Umgang mit Corona klar, dass damit wirtschaftlich extreme Herausforderungen geschaffen wurden. Um sie in den Griff zu kriegen, hat die Politik auf die schwarze Null verzichtet und in großem Umfang Haushaltsmittel bereitgestellt.

Genau das ist das Dilemma jeder Entscheidung.

Es gilt abzuwägen und der richtige Zeitpunkt beim Umgang mit Corona zu finden. Vielfach ist die Entscheidungsgrundlage nicht eindeutig gesichert. Häufig ist nur eine Prognose über die Wirkung der getroffenen Entscheidung möglich. Und im Nachhinein kann sich herausstellen, dass die Entscheidung falsch war, zumindest unter Beachtung der späteren Erkenntnisse. 

Schließlich reicht es nicht aus, Entscheidungen zu treffen. Sie müssen auch vermittelt werden. Man muss den Betroffenen helfen, sie zu akzeptieren. Die Rede unserer Bundeskanzlerin ist nach Meinung vieler ein besonders gelungenes Beispiel für die Vermittlung unangenehmer Entscheidungen. Sie die Betroffenen bei der Umsetzung mitgenommen.  

Genau das ist immer das Dilemma einer Entscheidung. Wir leben heute, müssen heute entscheiden, um den Weg in die Zukunft zu gestalten.

Doch nicht nur die große Politik war und ist gefordert. Wir alle sind betroffen. 

Zunächst einmal geht es um die betroffenen Unternehmen. Sie müssen klären, ob Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden. Sie müssen kreative Lösungen entwickeln. Beispielhaft sei genannt, dass Feinschmeckerrestaurants Pizzadienste aufmachen und für die Essensversorgung in der Fläche sorgen. Hersteller von Sekt stellen Desinfektionsmittel her. Unterwäschefabriken produzieren Schutzmasken. Eine der wichtigsten Entscheidungen war wohl das Neinsagen zum Verkauf eines Pharma-Unternehmens, das Medikamente zum Kampf gegen COVID-19 entwickelt, an amerikanische Firmen.

Aber auch jeder einzelne Arbeitnehmer hat beim Umgang mit Corona Entscheidungen zu treffen. Nehme ich Urlaub, um damit fehlende Arbeit zu überbrücken? Wie gestalte ich mein Home-Office? Stelle ich die Ausrüstung zur Verfügung? Wer bezahlt den Strom? Melde ich mich gar krank? Wer bleibt im Unternehmen? Schließlich kann sich die Frage stellen, ob man auf einen Teil des Gehaltes verzichtet.

Beim Umgang mit Corona ist die selbstgewählte Quarantäne eine Möglichkeit. Nicht für alle ist dies aber möglich.

Doch es gibt auch die umgekehrte Situation. Alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind bis ans Limit gefordert. Die Unternehmen, die die Versorgung der Bevölkerung gewährleisten, haben Arbeit bis zur Überforderung. Und immer wieder müssen auch hier Entscheidungen getroffen und Grenzen gesetzt werden. Welche Operationen sind nicht lebensnotwendig? Wie schütze ich mich selbst? Wie verhindere ich, dass die Menschen die Distanz nicht einhalten?  

Doch nicht nur im beruflichen Bereich sind Entscheidungen gefordert. Auch das persönliche Leben fordert diese ein. Halte ich die gesundheitlich notwendige und empfohlene Distanz? Wie gestalte ich meine Einkäufe? Komme ich den anderen Kunden und den Mitarbeitern nahe? wähle ich Zeiten aus, in denen weniger los ist? Hamstere ich etwa oder ist das nur vorausschauende Versorgung?

Und dann sind da noch die Urlauber. Die meisten sind dankbar, wenn sie wieder gut daheim sind. Wie viele Gestrandete hat nicht die Bundesregierung inzwischen nach Hause zurückgeholt. Doch man liest auch von Urlaubern etwa auf den Nordseeinseln, die mit Polizeigewalt aus ihren Quartieren geholt werden müssen. Es ist nur fehlende Einsicht, Bockigkeit oder die Überzeugung, dass der Staat mir nicht in mein Leben rein reagieren soll. Gerne kann die Polizei mein Haus und meine Wohnung daheim schützen und auch mich am Urlaubsort. Aber rauszuholen; das geht gar nicht?

Während im letzteren Fall das Urteil für die meisten von uns leicht zu fällen ist, kann es schwierig werden, wenn es um die Kontakte zu lieben Menschen geht.

Wahrt man wirklich die Distanz, wenn die alten Eltern einsam oder gar krank daheim leben?

Was mache ich, wenn meinen Kindern daheim die Decke auf den Kopf fällt. Erlaube ich Besuche von Freunden und verletze damit das Distanzgebot?

Wir alle sind gefordert beim Umgang mit Corona, die richtigen Entscheidungen zu treffen und sie zu vermitteln. Manche Dinge sind klar, andere bedürfen eines Gesprächs. Das sollte gesucht werden. Nichtstun oder die Dinge dem Zufall zu überlassen, ist auch eine Entscheidung.

Bleiben Sie gesund! Sorgen Sie dafür, dass COVID-19 sie nicht trifft! Treffen Sie die richtigen Entscheidungen!

Ein Hinweis in eigener Sache: meine Entscheidungscoachings können auch per Videotelefonie/-konferenz durchgeführt werden.

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